Wie groß ist der bleibende Regelfehler beim P-Regler?
Wie die Beispiele im Artikel P-Regler gezeigt haben, stimmen Soll- und Istwert beim P-Regler in der Regel auch am Ende des Einschwingvorgangs nicht exakt überein. Der genaue Zusammenhang zwischen Soll-, Istwert und Verstärkungsfaktor war zudem nicht offensichtlich ‐ darum wollen wir das hier näher untersuchen!
Herleitung
Dazu betrachten wir einen Gleichgewichtszustand des Regelkreises, d.h. wir nehmen an, ...
- dass der Sollwert schon seit langer Zeit konstant ist und beträgt,
- dass konstant ist, und
- dass sich auch eine konstante Stellgröße und eine konstante Regelgröße eingestellt haben.
Nun bezeichnen wir den Verstärkungsfaktor (auch stationäre Verstärkung genannt) der Strecke mit
Die nun folgenden Überlegungen gelten nur dann, wenn die Strecke linear ist, d.h. (vereinfacht gesagt), wenn z.B. eine Verdopplung von auch zur Verdopplung von führt.
Ausgehend von der Definition des Regelfehlers können wir somit einsetzen:
Jetzt können wir die Gleichung nach auflösen:
Anstelle des absoluten Fehlers können wir nun auch leicht den relativen Fehler angeben, d.h. den Regelfehler bezogen auf den Sollwert:
Ein P-Regler mit Verstärkungsfaktor bewirkt bei der Regelung einer linearen Strecke mit stationärer Verstärkung den relativen stationären Regelfehler
Die oben hergeleiteten Formeln gelten nur dann, wenn die Strecke linear ist.
Einfluss von
Offensichtlich ist der Fehler abhängig von der stationären Verstärkung der Strecke - auf diese haben wir keinen Einfluss - und dem Verstärkungsfaktor : den haben wir in der Hand!
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