Der PI-Regler

Erforderliches Vorwissen

Der PI-Regler ist ein klassischer Regler mit einem PI-Glied als Regelglied, also der Parallelschaltung eines Proportionalglieds und eines Integrators.

Motivation und Grundidee

Als große Schwäche des P-Reglers hatten wir festgestellt, dass dieser nach dem Einschwingvorgang meist eine bleibende zurücklässt, sodass die Regelgröße ihren Sollwert nicht genau erreicht. Das liegt daran, dass ein Proportionalglied kein Gedächtnis besitzt (man sagt, sein Übertragungsverhalten ist statisch): Er berechnet die Stellgröße nur aus der aktuellen Regeldifferenz, ohne zu berücksichtigen, wie lange diese schon besteht.

Hier setzt der PI-Regler an: Er bildet zusätzlich das der Regeldifferenz, d.h. er summiert die Fläche zwischen Soll- und Istwert über die Zeit auf und berücksichtigt so die gesamte Historie. Dadurch kann er die Stellgröße so lange anpassen, bis die Regelabweichung tatsächlich verschwindet.

Regelgesetz

Ausgehend von der Regeldifferenz ee ermittelt der PI-Regler die Stellgröße nach dem Regelgesetz

u(t)=kPe(t)+kIτ=0te(τ)dτ.u(t) = k_P \cdot e(t) + k_I \cdot \int\limits_{\tau=0}^{t} e(\tau) d\tau.

In dieser Summe steckt...

  • der Proportionalanteil kPe(t)k_P \cdot e(t), den wir vom P-Regler kennen, und
  • der Integralanteil kIτ=0te(τ)dτk_I\cdot\int\limits_{\tau=0}^{t} e(\tau) d\tau, der durch Integration des Regelfehlers entsteht.

Im Signalflussplan kann man den PI-Regler daher in dieser additiven Form darstellen:

PI-Regler

"PI" steht für Proportional- PLUS Integral-Anteil!

Beispiel: Drehzahlregelung

Welchen Einfluss hat es also auf die Regelung, wenn wir dem Regelgesetz nun einen I-Anteil hinzufügen? Das sollst Du in der nächsten Aufgabe ausprobieren.

Multiplikative Form und Nachstellzeit

Das obige Beispiel zeigt: Die Höhe des Verstärkungsfaktors kIk_I ist ganz entscheidend für die Regelgüte:

  • Ist kIk_I zu klein, dann dauert es sehr lange, bis die Regelabweichung verschwindet. Man nennt das Kriechverhalten.
  • Ist kIk_I zu groß, dann neigt der Regelkreis zu Schwingungen; wenn er unkontrolliert aufschwingt, bezeichnet man ihn als instabil.

Kriechverhalten

y(t)w(t)

Gute Einstellung

Schwingneigung

Allerdings hängt das nicht von kIk_I allein ab, sondern auch von kPk_P: Je größer kPk_P ist, desto stärker reagiert der P-Anteil auf die Regeldifferenz, und das hat wiederum EInfluss auf deren Integral. Es ist also immer das Zusammenspiel von kPk_P und kIk_I, das die Regelgüte bestimmt.

Oft erweist es sich daher als vorteilhaft, das Verhältnis der beiden Verstärkungen zu betrachten: die sogenannte Nachstellzeit TNT_N,

TN=kPkI.T_N = \frac{k_P}{k_I}.

Mit dieser Definition lässt sich das Regelgesetz auch schreiben als

u(t)=kP(e(t)+1TNτ=0te(τ)dτ).u(t) = k_P \cdot \left( e(t) + \frac{1}{T_N} \cdot \int\limits_{\tau=0}^{t} e(\tau) d\tau \right).
Coming soon...

Aufgabe, weitere Beispiele

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Coming soon...

Implementierung eines PI-Reglers

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